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Con-Bericht zu “Der Wald” von der Nordländer Orga
24. bis 26. September 2004
von Felix M. Hummel alias Dardan Tinctor
für Beschwerden, Verbesserungen uns sontigem: biosynthg08@gmx.net
Fotos unter www.bannkreis-landshut.de (Vom Inhalt des Links entferne ich mich ausdrücklich)
Dies war mein erster LARP und zu der Zeit, als ich nun dies schreibe auch der einzige Professionelle, den ich besucht habe, weshalb sich natürlich die objektive Vergleichbarkeit extrem in Grenzen hält. Dies wird allerdings, so hoffe ich, durch meine normalerweise extrem kritische Meinung (von anderen oft als “Meckern” bezeichnet), ausgeglichen, wenn nicht gar übertroffen.
Anreise und Checkin:
Da ich nicht selbst hingefahren (Tasghat sei Dank!) bin und ich den Orientierungsfähigkeiten unseres Fahrers nicht vollständig traue, kann ich nicht sagen, wie gut die, für den Wohnort der Spieler jeweils individuelle (!) Wegbeschreibung war. Wir haben uns jedenfalls verfahren.
Nun, viel Checkin gab es da nicht. Man wies uns einen Platz für unsere Zelte zu, der sich später wegen mehreren Gründen als ziemlich übel herausstellte und kassierte die 20 Euro Platzkaution ein. Die Waffenprüfung bei meinem Streitkolben bestand aus zwei ungezielten Händedrücken auf Kopf und Stiel, außerdem einem schnellen Zug am Knauf. Ich hätte das Ding mit Zement oder Nägeln füllen können, es wäre keinem aufgefallen. Den Anderen, die ein wenig später eintrafen erging es nicht ganz so gut. Insgesamt konfiszierte man eine ganze Reihe unserer Waffen, wobei mir die Gründe dafür jedoch verständlich waren. Es wurde nicht nach Charakterblättern gefragt, was sehr gut war, da ich zu diesem Zeitpunkt noch keines besaß. Die Ansprache zu den Regeln verlief kurz und schmerzlos, wenn auch schwer verständlich, weil ich keinen Platz mehr im Tavernenzelt fand und es von draußen schlecht zu hören war. Die Regeln waren gut allgemeingültig, das Meucheln jedoch erzeugte bei unserer Gruppe großes Stirnrunzeln und Bärteziehen: Man sollte dem Gegner, egal mit welcher Waffe, in welcher Situation oder mit welcher Rüstung, einmal auf die rechte und linke Schulter tippen um ihn aus dem Weg zu schaffen. Ein wenig seltsam, aber am meisten stank mir dabei, dass die wohl der Grund war, warum ich so viel Wache schieben musste. Das IT verzögerte sich um einige Stunden.
Plot:
Plot? Plot? Ach, ja Plot! Angeblich soll es einen ganz schönen Plot gegeben haben, aber ich kann das meiste nur aus zweiter bzw. dritter Hand erzählen. Irgendwie waren wir alle plötzlich bei einem Wald, in dem es vor üblem Viehzeug nur so wimmelte. Die Brunnen der Dörfler ringsum (symbolisiert durch zwei fränkelnde Frauen) waren vergiftet, das Vieh krank. Rattenmenschen (nein ich mag den Ausdruck “Skaven” nicht, genauso wenig “Drow” für Dunkelelfen, aber bei letzteren gestehe ich es mir selbst ein) Insekten und Echsen terrorisierten uns Tag und Nach, die Drow nur in der Nacht. Ein Baummensch hatte einigen Spielern mitgeteilt, dass sie den Wald mit Hilfe eines Tranks retten konnten. Ein zweiter Trank wurde dann benötigt um einige Spieler von einer seltsamen (ansteckenden?) Pest zu befreien, die die Ratten mittels einer verfluchten Standarte und eines schönen Rituales in Wolken heraufbeschworen hatten. Sogar einige Orks aus dem Wald hatten die Nase voll und kamen uns zur Unterstützung. Einer aus unserer Gruppe stieß schließlich auf einen Troll, den er ins Lager lockte um ihm mit Hilfe von viel Alkohol und einem Pfannkuchen das Geheimnis über seinen Meister zu entlocken, oder wenigstens, wie man mittels der im Wald verteilten Teleportern ihm einen Besuch abstatten konnte. Unsere Elfe schaffte es zwar ihn, als er zum Klang ihrer Okarina tanzte, zum Reden zu bringen, aber wollte keinem die Erkenntnis so richtig eingehen. Deshalb nahmen wir dann den Haupteingang in den Dungeon, schafften aber dort auch nichts. Irgendwann in der zweiten Nacht kam ein Drow an, der sich mit uns verbünden wollte. Dies passte jedoch einem Paladin nicht und er wurde zu Klump geschlagen. Schließlich wurde den Kranken und dem Ent das fertige Zeug zum trinken gegeben und der böse Halbdrowalchimist, der für das Spektakel verantwortlich war in einer Endschlacht, zusammen mit seinen Monsterhorden und dem ziemlich zornigen Troll, ohne Verluste niedergestreckt.
Was ich davon mitbekommen habe:
Meiner Meinung nach verlief der ganze Plot gezwungen und äußerst schleppen. Dauernd gerieten alle auf falsche Fährten, verdächtigten jeden, alles und überhaupt. Dies hatte zur Folge, dass schon die erste Nacht eine der Langen Messer war. Ein ganzes Zelt soll ausgemeuchelt worden sein. Aus Angst vor den Meuchlern, die aber anscheinend aufgrund einer persönlichen Streitigkeit gehandelt hatten, musste nervtötenderweiße immer jemand bei den schlafenden wachen.
Ich bekam, wie gesagt, vom Plot nicht sonderlich viel mit. Jedes Mal wenn ich mich einer Expedition in den Wald anschließen wollte, fiel irgendjemandem auf, dass das ganze Lager mitmarschierte. Dir Gruppe wurde geteilt, wobei ich mich meistens auf der falschen Seite befand und zurück zum Zeltplatz musste. In den Dungeon kam ich auch nicht, da ich nur meinen Streitkolben mit 110cm Länge dabeihatte und man mir darum davon abriet. Angeblich habe ich dabei nichts verpasst, da lediglich die SL mit Wasser (Säure) und Schaumstoffklötzen (Felsen) um sich warf. Um die Teleporter (bemalte Plastikscheiben) rätselte man lange, aber sie schienen sowieso nicht viel Sinn zu haben. In der zweiten Nacht legte man OT einen großen Teelichterkreis auf der Wiese aus, der aber auch keinen Zweck erfüllte, da man ihn wieder löschte, bevor man uns darauf hinwies, dass er nun intime war.
Als die ersten Monster auftauchten fand ich es sehr seltsam, dass ein Krieger, ohne Hinweis warum, alles wusste, was es über diese Insekten, deren Kostüme wirklich all zu albern waren, (Helme mit Fühlern z. B.) zu wissen gab. An den Kostümen der anderen Wesen kann man jedoch nichts bemängeln, die waren grandios.
NSC
Puh, da ist meine Einstellung schwankend. Einige spielten ihre Rollen wirklich gut, besonders die Ratten und Insekten, andere bereiten mir immer noch Kopfschmerzen. Zum Beispiel erwachte ich in der ersten Nacht durch Kampfeslärm. Der Elf der noch mit im Zelt schlief war ebenfalls wach geworden und so schnappten wir unsere Waffen (unnötigerweise habe ich beide Nächte in kompletter Montur verbracht) und schauten heraus aus der Tür über unser Zelt hinweg. Ein paar Gestalten metzelten sich nieder, wobei eine, offensichtlich eine Drow, den Vogel abschoss: Sie knipste andauernd eine Taschenlampe an, und jedem, der im Lichtkegel stand brüllte sie, wie ein Maschinengewehr “Du bist gelähmt!” entgegen. Hatte die SL nicht was von wegen Zauber ausspielen gesagt? Nun, ich wund er Elf blickten uns kurz stumm an, schüttelten die Köpfe, und hauten uns wieder aufs Ohr.
Die Angriffe erfolgten so sporadisch, dass ich die Feigheit meines Charakters gar nicht mehr ausspielen wollte und sogar flüchtenden Gegnern nachlief, aber daran, sagte mir ein NSC, sei die SL schuld gewesen, die ihnen die Angriffe oft verboten hatte. Alles in Allem waren es bei weitem zu wenig NSC, sie musste in der Endschlacht ein paar mal wiederauferstehen. Ich frage mich, was sie gemacht hätten, wenn wirklich 60 Spieler, und nicht nur vielleicht die Hälfte gekommen wären.
SL
Genervt, nie da wenn man sie brauchte, und konnte sich oft nicht auf gewisse Dinge einigen. Schade.
Der Abschuss war hier, dass uns einer der SL dabei zuhörte, wie wir uns wunderten, warum die in der Kneipe liegenden Pestopfer niemanden ansteckten. Er wurde seltsamerweise zornig und fuhr uns an, dass wir uns doch um ihre Heilung kümmern sollten und nicht rumsitzen. Nun, erstens waren darauf schon etliche Heilkundige angesetzt und zweitens hatten wir in unserer Gruppe keinen Kranken. In diesen Plotteil einzusteigen wäre gar nicht mehr möglich gewesen. Hm, Choleriker.
Lokalität
Man konnte machen was man wollte, der Zeltplatz sah aus wie ein Zeltplatz und gab von Landschaft nicht viel her. Nur ein einziges Mal kämpften wir in einer wunderschönen, breiten und flachen Schlucht, sonst im Lager, oft zwischen Zeltschnüren. Dies ging sogar so weit, dass man, mitten in der Nacht und mitten beim Essen, in unsere, ziemlich abseits vom Rest im Halbkreis aufgestellte, Zeltgruppe stürmte. Die NSC dieses Angriffes überlebten nicht lange, da sich einige in den Zeltschnüren verfingen und im Dreck landeten. Damit bin ich gleich beim nächsten Punkt: Dreck. Ich bin ja nicht zimperlich, aber unsere Zeltposition lag in einer fast unmerklichen Kuhle, die sich langsam mit Wasser füllte und durch viele Fußtritte durchgeknetet wurde. Unsere Zelte hatten keinen Boden und am zweiten Tag erklärte man dieses knöcheltiefe Schlammloch für Kampffreie Zone.
Die Toiletten mit Dusche waren hervorragend. Der Nachteil hier war nur, dass dort auch die NSC geschminkt wurden. Stolperte man also irgendwann ins Örtchen und begegnete einem schwarzen Gesicht, wusste man sofort, dass was im Busch ist. Genauso verhielt es sich mit dem NSC-Lager, das keine 50 Meter von SC Platz entfernt war. Man musste sie zwangsläufig ihre Kostüme anlegen sehen. Mit einer Wäscheleine und ein paar Bettlaken hätte man Abhilfe schaffen können.
Verpflegung
Nichts zu meckern. Die Taverne war schön, nichts besonders teuer und es gab sogar drei Gratismalzeiten anstatt zwei, da am Sonntagmorgen noch Reste weg mussten.
Fazit:
Es war mein erster Con, also kann ich da meckern was ich will, es war klasse. Ein bisschen mehr Ambiente noch, und vielleicht auch Nebenplots, damit ich mal was anderes tun kann als Wache schieben und draufklopfen. Der Regen war natürlich auch nicht schön. Zu guter Letzt kann ich sagen, dass 5O Euro für diesen Con wahrscheinlich zu viel waren. Alle kamen zu dem Schluss, dass wir keinen Nordländerlarp mehr besuchen.