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Interpretation des Gedichtes „Die Tote im Wasser“ von Georg Heym, 1910
© bei Felix M. Hummel unter www.bankhacker.de/felix und biosynthg08@gmx.net also nicht all zu genau abschreiben.
Das Gedicht „Die Tote im Wasser“ von Georg Heym fällt mit dem Entstehungsdatum 1910 zeitlich in die Epoche des Expressionismus. In dieser Zeit versuchte man sowohl in der Kunst als auch in der Lyrik einzelne Gefühlsregungen als wesentlich hervorzuheben. Eine große Rolle spielte hierbei die sogenannte Wasserleichenpoesie, die sich immer wieder auf die wahnsinnige, ertrunkene Ophelia aus Shakespeares „Hamlet“ als Hauptthema bezieht. Heym kam mit diesem Gedicht erstmals in seiner Laufbahn auf dieses Thema und wurde dabei, offenbar von diversen Gedichten Rimbauds inspiriert
Im großen und ganzen ist das Gedicht von Heym sehr gleichmäßig und in recht streng formal gleichbleibender Form aufgebaut. Es besteht aus sieben Strophen zu jeweils vier Versen, die, soweit es der Textfluss zulässt, in etwa gleich lang sind. Die Reimform ist durchgehend umschließender Natur, was den Rhythmus des Gedichtes, im Gegensatz zu einem Paar- oder Kreuzreim abbremst, ihn jedoch flüssiger als beim einem reimlosen Gedicht werden lässt.
Als Metrum verwendet er durchgehend den Jambus in fünfhebiger Form, wobei er jedoch mit der Art der Kadenzen wechselt. So sind bis zum Ende der fünften Strophe hin alle verwendeten Versendungen einsilbig, also in stumpfer Kadenz angeordnet. Die Reimwörter, die fast ausschließlich durch Enjambements an das Satzende gebracht wurden, werden so stärker betont. Hierbei entsteht, überwiegend in der ersten Strophe, durch die Verlagerung auf Worte wie „Wall“ (Z.1), „Rot“ (Z. 2) und „tot“ (Z. 3), ein hohler, tragender Klang, der die beschriebene Atmosphäre lautmalerisch hervorhebt. Ab der fünften Strophe löst sich Heym von der strengen männlichen Kadenz und wechselt teilweise zu einer Weiblichen. Er beendet das Gedicht jedoch in den letzen beiden Versen, als eine Art Schlusspunkt, abermals mit männlichen Kadenzen.
Hinzu kommt in diesem Gedicht noch, dass der Autor auf eine ausgeprägte Art und Weise mit Farben spielt. In der ersten Strophe setzt er Grau, Rot und Schwarz für den Verfall ein. Dann lässt er in der zweiten Strophe Weiß hinzukommen., dass jedoch, genauso wie in der nächsten Strophe das „Bleiweiß“ (Z. 12) des Gesichtes, ein unreines, schmutziges Weiß zu sein scheint. Hier wirkt das reine Weiß des „Tanzkleid[s]“ (Z. 11) als sauberen Gegenpol. Dieses reine Weiß ist es auch, welches er dann in der vierten Strophe für das Schiff, welches schließlich in später als „stolz“ (Z. 19) beschrieben wird, verwendet. Harmonierend zu diesem schönen Bild werden die „rosa Wolken“ (Z 16) und kurz darauf auch das „lila Wasser“ (Z. 17) erwähnt. Die Ratten, die in der fünften Strophe auftauchen tragen abermals, woraus sich die Symbolkraft dieser auch normalerweise für den Tod verwendeten Farben erkennen lässt, Schwarz und Grau. Die letzte Farbe erscheint im 27., also vorletzten, Vers mit der „grünen Tiefe“. Dieses grün scheint einer Art Symbiose der beiden widersprüchlichen Farblager, für Verfall und saubere Idylle, zu sein, denn sie lässt sich zum einen mit modrigem Wasser, zum anderen aber auch mit großer Ruhe in assoziieren
Des weiteren sind die einzelnen Zeilen im Allgemeinen parallel zueinander angeordnet, nur selten schleicht sich ein Chiasmus, wie in den letzten beiden Versen der letzten Strophe, ein.
Stilistische Figuren sind in Heyms Gedicht alles in allem recht dünn gestreut, lassen sich aber denn noch an wichtigen Stellen erkennen, an welchen sie sich in den Textfluss einfügen. Metaphern und vergleiche spielen dabei die wichtigste Rolle.
Zu Beginn schon werden die Masten der Schiffe am Kai, passend zu der verschwommenen Sicht durch den wohl herrschenden Nebel, zu dem recht morbiden Bild, „verbrannter Wald“, (Z. 2), gemacht. Weiter wird der Unrat im Wasser in der zweiten Strophe mit einer „weiße[n] Haut“ (Z. 7) verglichen, was wohl sein tatsächliches Aussehen darstellen soll. Das Kleid der Frau wird ab der vierten Strophe durch einen Vergleich zu dem weißen Schiff, das die Darstellung der Leiche von nun an dominiert. Die letzte Stilfigur dieser Art lässt sich mit dem hohlen Bauch der Leiche, der in der sechsten Strophe als „Grotte“ bezeichnet wird finden.
Auch wird sowohl das Bild des weißen Schiffes als auch die Leiche selbst in der fünften und sechsten Strophe personifiziert. Heym schreibt dem eigentlich toten Gegenstand hier die Eigenschaften „stolz“ (Z 19) und „froh“ (Z. 21) zu, die beide normalerweise oft mir Schiffen in Verbindung gebracht werden. Damit will der Autor auch hier die Vorstellung des Wasserfahrzeuges anstatt des toten Körpers unterstützen. Hinzu kommt in diesem Gedicht noch, dass der Autor auf eine ausgeprägte Art und Weise mit Farben spielt. In der ersten Strophe setzt er Grau, Rot und Schwarz für den Verfall ein. Dann lässt er in der zweiten Strophe Weiß hinzukommen., dass jedoch, genauso wie in der nächsten Strophe das „Bleiweiß“ (Z. 12) des Gesichtes, ein unreines, schmutziges Weiß zu sein scheint. Hier wirkt das reine Weiß des „Tanzkleid[s]“ (Z. 11) als sauberen Gegenpol. Dieses reine Weiß ist es auch, welches er dann in der vierten Strophe für das Schiff, welches schließlich in später als „stolz“ (Z. 19) beschrieben wird, verwendet. Harmonierend zu diesem schönen Bild werden die „rosa Wolken“ (Z 16) und kurz darauf auch das „lila Wasser“ (Z. 17) erwähnt. Die Ratten, die in der fünften Strophe auftauchen tragen abermals, woraus sich die Symbolkraft dieser auch normalerweise für den Tod verwendeten Farben erkennen lässt, Schwarz und Grau. Die letzte Farbe erscheint im 27., also vorletzten, Vers mit der „grünen Tiefe“. Dieses grün scheint einer Art Symbiose der beiden widersprüchlichen Farblager, für Verfall und saubere Idylle, zu sein, denn sie lässt sich zum einen mit modrigem Wasser, zum anderen aber auch mit großer Ruhe in assoziieren
Des weiteren sind die einzelnen Zeilen im Allgemeinen parallel zueinander angeordnet, nur selten schleicht sich ein Chiasmus, wie in den letzten beiden Versen der letzten Strophe, ein.
Georg Heym verwendet, um sich an den Hauptgegenstand des Gedichtes heranzuarbeiten und gleichzeitig die triste Atmosphäre zu beschreiben, ein oft auch in der Filmindustrie angewandtes Mittel. Schritt für Schritt begibt er sich näher an das Geschehen heran und beschreibt immer genauer die Dinge, die wichtig sind. Zuerst ist für den Leser nur der Kai von weitem sichtbar, schon in der zweiten Strophe jedoch kann er direkt aufs Wasser und den darin befindlichen Schmutz blicken. Dann, in der dritten Strophe, nimmt auch dieser Schmutz genauere Gestalt, in Form von diversem Abfall und der Leiche, an. Daraufhin wird die Leiche genau fokussiert und löst sich von ihrer dreckigen Umgebung. Das Weiß ihres Kleides erscheint als Gegensatz zu der Kloake, in der es schwimmt, und auch zum „fetten Glanz“ und „Bleiweiß“ der Haut, wie ein reiner Fleck, der sich alsbald in der vierten Strophe sozusagen in ein Schiff, ebenfalls eine majestätische Erscheinung, verwandelt. Ebenso Idyllisch wirkt das rosa des Himmels.
Ab der fünften Strophe jedoch, bekommt das Gedicht einen persiflierenden, vielleicht sogar komischen Ton, in welchem sich der Autor über die eigentlich schrecklichen Tatsachen lustig macht. So wird die Leiche langsam von auf ihr wohnenden Ratten zerfressen, dient diesen jedoch gleichzeitig als „stolzes“ Schiff. Der wie eine Höhle, die Nagegeräusche der Ratten verstärkende, aus dem Wasser ragende, dicke Bauch –ob durch Verwesung angeschwollen oder eine Andeutung auf Schwangerschaft, lässt sich nicht sagen- wirkt geradezu albern