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Klassenblatt zum Referat „Wolf unter Wölfen“
Hans Fallada (1893-1947)
1893 21. Juli: Geburt Hans Falladas in Greifswald.
1947 Tod am 5. Februar
Zeit: Hochsommer 1924
Orte: Berlin, Rittergut Neu- und Altlohe in Mecklenburg
Einige wichtige Charaktere:
Wolfgang Pagel
Ein ehemaliger Fahnenjunker (Fähnrich) aus einer guten Familie, sein Vater war Gesandtschaftsattaché und ein berühmter Maler. Wolfgang ist verarmt, da er sich mit seiner Mutter aufgrund seiner Freundin Petra zerstritten hat und lebt nun von dem Geld das er beim illegalen Roulette erspielt. Er ist launisch und unfähig schnell eine Entscheidung zu treffen.
Petra „Peter“ Ledig
Petra ist die Verlobte von Wolfgang. Bevor sie ihn kennen lernte war sie Schuhverkäuferin, wobei sie ab und zu versuchte ihr Gehalt durch Prostitution aufzubessern. Auf diese Weise lernte sie auch Wolfgang kennen, dem sie nun, mangels einer Alternative, nicht mehr von der Seite weicht. Sie ist ihrem Schicksal ergeben und versucht nie etwas selbst in die Hand zu nehmen. Zu Beginn des Buches ist geplant, dass sie und ihr Verlobter heiraten.
Rittmeister Joachim von Prackwitz-Neulohe
Der Rittmeister ist ein alternder Reichsoffizier, der mit der Situation in der Inflationszeit nicht mehr zurechtkommt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Militär pachtete er von seinem Schwiegervater das Gut Neulohe, von dessen Bewirtschaftung er allerdings nur wenig versteht. Aufgrund seiner altmodisch-gutmütigen Art ist er angewidert von der unmoralischen Entwicklung, die im verarmten Berlin vor sich geht.
Oberleutnant von Studmann
Der Oberleutnant ist ein alter Waffenbruder des Rittmeisters und Pagels. Die Inflation zwang ihn als Empfangschef in einem Hotel zu arbeiten. Durch sein vernünftiges und nicht leicht aus der Fassung zu bringendes Wesen kommt er mit der veränderten Situation jedoch gut zurecht.
Feldinspektor Hans „Negermeier“ Meier
Negermeier ist ein leitender Beamter auf dem Rittergut Neulohe, ein Posten den er alles andere als verantwortungsbewusst ausführt. Trotz seines nicht gerade hübschen Aussehens hatte er schon mit fast jeder Frau in der Umgebung ein Verhältnis. Seine Handlungen sind oft unüberdacht und leichtsinnig, was ihn zumeist in Schwierigkeiten, die er mit Alkohol ertränkt, bringt.
Der Leutnant Franz
Diese zwielichtige Gestalt in zerfledderter Offiziersuniform treibt auf dem Rittergut sein Unwesen und versucht die Anhänger seiner Revolutionstruppen „Schwarze Reichswehr“ zu mobilisieren. Er lebt dabei von der Gunst anderer, die er ohne Konsequenzen befürchten zu müssen den ganzen Tag herumkommandiert. Sein Verhältnis mit der fünfzehnjährigen Tochter des Rittmeisters beruht ebenfalls auf dieser einseitigen Haltung. Um seinen Willen durchzusetzen scheut er vor keiner noch so verwerflichen Tat zurück.
Eigentliches Referat
Schauplatz:
Berlin, Sommer 1924, die Krisenjahre in der Weimarer Republik machen sich durch eine horrende Inflationsrate bemerkbar, das ganze Deutsche reich wartet fieberhaft auf die Durchgabe des neuen Dollarkurses, durch dessen steigen sich die Entwertung beschleunigt. Eine Zeit der Prostitution, des Verbrechens, der Drogen und des Alkohols (wobei Fallada viel aus seiner eigenen Erfahrung einbringen konnte)
„Schnell, Frau, hier sind noch zehntausend Mark, kauf was dafür. Was, ist gleichgültig, ein Pfund Mohrrüben, die Schallplatte ‚Bananen verlangt sie von mir’ – oder einen Strick, uns aufzuhängen... Nur schnell, lauf, rasch!“ So drückt Fallada die eiligen wirren dieser Zeit in einem zusammenhangslosen Stück Gespräch aus
Pagel & Petra
Wolfgang „Wolf“ Pagel, Fahnenjunker (also Fähnrich) a. D. liegt, an dem glühenden Sommermorgen, an dem Geschichte beginnt, zusammen mit seiner Freundin, Petra „Peter“ Ledig, die er auf dem Strich kennen lernte, in einem billigen Berliner Mietszimmer, ohne zu wissen wie sie der Vermieterin das Geld für den heutigen Tag beschaffen sollen. Pagel versucht täglich Geld durch illegales Glücksspiel (Roulette) zu ergattern, hat jedoch genau am Vortag der geplanten Trauung alles verloren. Aus seinem Großen Schlag, auf den er immer hinspielte, wurde nichts
Um an Geld zu kommen beschließt er zu einem Bekannten aus Armeezeiten zu fahren, auch wenn er für das Fahrgeld sämtliche Habe von sich und Petra verkaufen muss, wobei sie, nur mit einem seiner Hemden bekleidet im Mietshaus zurückbleibt. Doch Pagels alter Kamerad „Zecke“, nun ein Reicher Zuhälter hat von seiner Spielerei gehört und gibt ihm darum nichts nichts, jedoch bringt Pagel die Kunstsammulng dieses Mannes auf die Idee, wie er doch an Geld kommen könnte:
Sein Vater war Maler und auch wenn alle anderen Bilder aus seinem Nachlass bereits für gutes Geld verkauft worden waren, befindet sich seine Mutter doch noch im Besitz seines besten Werkes „Die Frau am Fenster“, welches sie ihm auch noch vor dem Aufbruch zum Krieg geschenkt hat.
Schließlich verkauft er das Gemälde, ohne auf das Betteln und Bitten seiner Mutter, die er nachdem sie Petra geschlagen hatte, verlassen hatte, zu achten und macht sich, die Taschen vollgestopft mit Geld, zum Mietshaus auf. Dort erfährt er von der Vermieterin, dass Petra verhaftet wurde.
Was er nicht weiß, ist, das Petra, nachdem sie vor dem Gezänk der Vermieterin und einer der Hausbewohnerinnen nur mit dem Hemd bekleidet auf die Straße geflohen ist, von einem mitleidigen Polizisten mit aufs Revier genommen worden war. Da dieser Polizist jedoch einige Stunden später umkommt, weiß keiner mehr so genau, warum sie festgenommen wurde. Schließlich landet sie, da sie von einer kokainabhängigen Prostituierten denunziert wurde, im Polizeigefängnis Alexanderplatz, dem Alex
Als Wolfgang im Präsidium eintrifft muss er sich plötzlich, aufgrund einiger Missverständnisse gegen den Vorwurf der professionellen Falschspielerei erwehren, schafft dies jedoch schnell, da die Polizei nicht darin interessiert ist gegen Glücksspiel vorzugehen. Durch die Fehlinformation, die ihm ein Polizist aus versehen gibt, Petra habe weiterhin Prostitution betrieben, geht er um sich zu Betrinken
Prackwitz & Studmann
Währenddessen hat Rittmeister Joachim von Prackwitz-Neulohe bereits versucht in Berlin polnische Schnitter anzuheuern, um seine Roggenernte im Rittergut Neulohe, welches er zur Pacht von seinem Schwiegervater zur Pacht hat, einzufahren. Allerdings hatte man ihn betrogen und er stand ohne Landarbeiter in Berlin In einem Hotelcafé trifft er auf einen alten Kameraden, Oberleutnant von Studmann, der zu seinem Entsetzen durch die Inflation gezwungen worden war eine Arbeit als Empfangschef anzunehmen. Sie unterhalten sich einige Zeit lang. Als Studmann kurze Zeit darauf wegen einer Angelegenheit, in die ein Wahnsinniger Reichsfreiherr verwickelt ist, entlassen wird, überredet Prackwitz ihn als Feldinspektor zu ihm nach Neulohe zu kommen, da er den alten Entlassen will.
Als sie später eine Kneipe besuchen, treffen sie auf den sturzbetrunkenen Pagel, den die beiden damals als „Granaten-Pagel“ bei sich unter dem Kommando hatten. Er versuch das Geld, das er noch bei sich trägt, bei ihnen loszuwerden, jedoch gelingt ihm dies nicht. So führt er die Zweien zu seinem Spielerklub. Zuerst will der Rittmeister von diesem illegalen Treiben nichts wissen, willigt aber schließlich ein, da er nichts gegen ein wenig „Jeu“ habe.
Pagel spielt nicht lange, da ihm doch die Lust fehlt.Aber er musst feststellen, dass der Rittmeister nicht vom Spiel zu lösen ist, allerdings nur verliert. Er beschließt ihm zu helfen und sie erspielen gemeinsam ein vermögen, sprengen mehrmals die Bank.
Studmann sieht dem ganzen immer befremdlicher zu und entschließt sich schließlich dazu, dass er die Beiden nur vom Spiel loseisen kann, indem er die Polizei ruft.
So verliert Pagel sein gesamtes Geld und auch das, was er bei seinem lang erwarteten, großen Schalg, gewonnen hat.
Im Alex wo er schließlich für kurze Zeit festgehalten wir, gelingt es ihm nicht Petra zu besuchen und er verlässt Berlin am nächsten Tag ohne sie, um ebenfalls eine Stelle auf dem Rittergut Neulohe anzutreten.
Petra Ledig:
Während sich dies abspielt, sitz Petra in einer Zelle im Alex ein. Sie kommt ins Gespräch mit einer älteren Dame, die sich Mama Kurpaß nennt. Diese überzeugt sie, dass sich Wolfgang nicht mehr um sie kümmern wird, sie aber am nächsten Morgen das Gefängnis mit Sicherheit wieder verlassen könne. Sie bietet Petra an, so lange bis sie wieder in Freiheit wäre, ihr Produktengeschäft (eine Art von Recyclingbetrieb) als Stellvertreterin zu übernehmen. Sie nimmt an und löst sich damit auch von Pagel
Im Rittergut: Negermeier, Leutnant, Kniebusch, Weio und Amanda Backs
Parallel zum ersten Handlungsstrang läuft derweilen auf Rittergut Neulohe eine andere, ergiebigere Geschichte ab, die wohl im zweiten Teil des Buches „Wolf unter Wölfen – Das Land in Brand“ die Haupthandlung darstellen wird.
Feldinspektor Hans Meier, wegen seines Aussehens auch Negermeier genannt wird, ist ein Frauenheld, der zur Zeit eine Affaire mit der Magd des Geheimrats von Teschow (Der Schwiegervater von von Prackwitz) hat. Er macht eines Tages Bekanntschaft mit einem ungepflegt aussehenden Mann in zerlumpter Offiziersuniform, den fast Alle in den Gütern Neulohe und Altlohe kennen und nur „den Leutnant“ nennen. Alle scheinen großen Respekt vor ihm zu haben, denn es ist davon die Rede, dass er durch das Land zieht um Truppen für seinen Putsch, den der „schwarzen Reichswehr“, gegen die bestehende Weimarer Republik, zu sammeln. Dabei soll der alte Förster Kniebusch mit dem Kennwort „U-Ni-Form“ eine Versammlung einberufen.
Als schließlich Negermeier einen Liebesbrief von Violet, genannt Weio, der Tochter des Rittmeisters, an den Leutnant bekommt, beschließt er die beiden auffliegen zu lassen. Er ist Zornig, da er eigentlich selbst ein Auge auf die Fünfzehnjährige geworfen hätte. Doch vergisst er die Ernte, für die er verantwortlich ist, einfahren zu lassen und sie wird vom Gewitter teilweise zerstört. Die Gewissheit darauf entlassen zu werden, treibt ihm zum Suff, wobei er vor dem alten Förster Kniebusch mit Weios Liebesbrief angibt und sagt er sei von ihm. Danach zieht er ab und betäubt sich in seinem Zimmer aus versehen mit Chloroform.
Der Förster berichtet indessen dem Leutnant vom dem Brief, welcher sofort merkt, wie gefährlich dieser für ihn ist. Kniebusch wird, um aus dem Weg zu sein in die Wald geschickt, wo er durch Zufall einen Wilderer stellt. Der Leutnant holt sich den Brief zusammen mit Weio zurück, ohne dass der Feldinspektor erwacht. Geweckt wird er erst von seiner Freundin, der Magd Amanda, die ihn, aufgrund der Gefahr in die er geraten ist, zur Flucht bewegt. Als er gerade dabei ist den Geldschrank des Gutes zu leeren tritt der Leutnant hinzu und überzeugt ihn zur Sicherheit ein Waffe mit sich zu nehmen. Dies führt dazu, dass Negermeier, als er gerade gehen will im Streit beinahe Amanda erschießt und dann flieht. Im Wald nahe des Gutes lauert ihm der Leutnant erneut auf und erklärt ihm, was er vor habe. Er wird ihn erschießen und es, aufgrund der Waffe mit einer frisch abgefeuerten Kugel, die der Inspektor bei sich trägt, wie einen Selbstmord aussehen lassen. Jedoch treffen die Beiden bald auf Kniebusch, weshalb der Offizier seinen Plan nicht ausführen kann. Unverrichteter Dinge zieht der Leutnant ab und Meier kehrt zusammen mit dem Förster zurück aus Gut.