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Wenn ich Zeit habe, dann lese ich es auch noch Korrektur
Nominiert für den „The Bloodiest Con Ever“ Award
Con-Bericht zu „Wald der tausend Schicksale III – Call of Duty“ der Medieval Entertainment-Orga
25. bis 28. März 2005
von Felix M. Hummel
Beschwerden, Verbesserungen unter biosynthg08(at)gmx.net oder fmhummel(at)gmail.com
Dies war der zweite offizielle Larp, dem ich beiwohnte, diesmal als NSC, also ist eine sehr objektive Bewertung immer noch nicht richtig möglich. Es handelte sich dabei um einen vier Tage langen Schlachtencon, der gute Chancen zu haben scheint als blutigster Larp dieser Größe in die Geschichte einzugehen. Von etwas weniger als zweihundert Leuten mussten fünf oder sechs ins Krankenhaus gebracht werden und eine nicht bestimmbare Zahl ambulant vor Ort behandelt werden.
Anreise und Checkin
Die Anreise verlief aufgrund der guten Wegbeschreibung ziemlich problemlos, aber die Parkplatzsituation für die NSC gestaltete sich als etwas schwierig, da alle Feldwege aufgeweicht und gefährlich schlammig waren. Die Parkplätze beim Lager der SC waren begrenzt und sehr weit vom NSC-Lager entfernt, so dass man mit Gepäck weit laufen hätte müssen. Die SL schaffte es nicht den Nichtspielern einen genau ausgewiesenen Parkplatz zu stellen, sodass die Fahrzeuge dort abgestellt wurden, wo es ging.
Das Checkin bestand aus einer erneuten Unterschrift der nun erweiterten AGB (z.B. Haftung für eventuelle Schwangerschaften ausgeschlossen) und der Abgabe von zehn Euro Zeltplatzpfand. Dass sich jeder NSC aus einem Korb ein schwarzes Banner mit weißer Hand nehmen hätte sollen und dies sichtbar Tragen, bekamen die Leute nur sporadisch mit. Diese Banner waren außerdem aus so billigem Stoff, dass sie sich kaum irgendwo befestigen ließen ohne zu reißen. Dies war jedoch mehr eine Quelle von Heiterkeit als ein Nachteil. Da die SL im Spielerlager verschwand und sich nicht mehr blicken ließ wurde aus dem intime um 16:00 etwa 20:00. Eine Intime-Ansprache gab es nicht, wurde aber auch nicht vermisst. Anders war dies mit dem fehlenden Waffencheck, den einige für die hohe Verletzungszahl verantwortlich machten, was ich jedoch zu bezweifeln wage.
Verpflegung:
Komplette Selbstversorgung, aber in der Spielertaverne waren Suppe und Getränke zu erwerben, im Küchenzelt der NSC gab es umsonst Tee und heißes Wasser, angeblich auch einmal Käsebrot.
Das Einkaufen in der neutralen Spielertaverne erwies sich jedoch für NSC als schier unmöglich, da es dafür nicht nur nötig war OT dafür eine Getränkekarte zu kaufen, sondern auch noch mit IT Geld bezahlen musste, welches kaum ein NSC je in die Finger bekam. Dies ist die denkbar schlechteste Lösung, von welcher ich bisher gehört habe. Bei „Der Wald“ wurde für jeden Spieler ganz einfach eine Liste geführt, die beim Checkout beglichen wurde, was problemlos von Statten ging.
Lokalität
Der Zeltplatz in Thurmansbang, eine recht schöne, ambientetaugliche, vielleicht zu hügelige Gegend mit viel Wald. Es gab viele gut geeignete Kampfplätze, die aber wenig genutzt wurde, da man stattdessen in unwegsamen Gelände kämpfte, was gleich zu einem geschwollenen Auge in der ersten Nacht führte. Das Lager der SC versank schon zu Beginn mehr als Knöcheltief im Schlamm und wurde so von den Nichtspielern nur ungern aufgesucht. Unser Lager hingegen war, auch wenn es den ersten Tag über regnete, mehr oder weniger trocken und sehr gemütlich. Der Nachteil war hier nur, dass sich das Lager der NSC, welches sich in das Kerntruppenlager im Tal bei einem Bach und das Hilfstruppenlager an einem Hang weit darüber, aufteilte, zum Teil auf einer frisch gedüngten Wiese befand. Man saß als buchstäblich in der Scheiße, was aber nach einigen Stunden überhaupt nicht mehr störte.
Problematisch war es auch, dass sich die Toiletten und Duschen beim Spielerlager, befanden und man als NSC für jedes Geschäft einen zehnminütigen Fußmarsch, am besten mit gekreuzten Armen, auf sich nehmen musste, wollte man etwas geschäftliches verrichten.
Die Wiese für die Endschlacht war ausgesprochen glitschig, wodurch man sich leicht mit Kuhmist einsaute, aber zumindest sehr weich fiel.
SL
Wohl eines der größten Probleme für uns Nichtspieler war es, dass wir die SL nur ein bis zwei Mal pro Tag zu Gesicht bekamen. Diese beschränkte sich auf drei Mann/Frau, von welchen eine ab und zu eine Rolle als Herrin des Waldes spielte. Sonst waren zwei der drei zumeist bei den Toiletten oder im Spielerlager zu finden und einer verschanzte sich im Dungeon. So mussten die Generäle der Xom-Armee alles in die eigene Hand nehmen und kamen, unter anderem mit einem Ritual, mit der Planung in Konflikt. Die geringe Anzahl von SL führte auch zu einem sehr langen Spielstopp, als eine der Orks ins Krankenhaus gebracht werden musste, da man glaubte man könne nicht mit zwei SL weitermachen. Uns wäre kein Unterschied aufgefallen. Im Nachhinein wurde bekannt, dass es eigentlich vier SL mehr hätten sein sollen, aber diese haben so kurzfristig abgesagt, dass es keinen Ersatz mehr geben konnte.
Ließen sie sich dann doch einmal blicken, dann waren sie jedoch freundlich, sowie hilfs- und kompromissbereit.
NSC & SC
Die Endschlacht lief aus einem gewissen Grund sehr kurz und überaus OT-blutig ab, wobei es zwei Spielstopps wegen schwereren Verletzungen gab. Dieser Grund schien zu sein, dass die Spieler auf einmal alle Regeln des gesunden Menschenverstands vergessen hatten. Der Angriff begann damit, dass der SC-Schildwall mit ganzer Kraft und allem Gewicht in unsere Pavisen donnerte, die auf einigen NSC zusammenbrachen. Niemand hatte je etwas gesagt, das Chargen erlaubt wäre. Verletzungen vorprogrammiert.
Pfeile der SC wurden auch oft ohne jeglich Gefahreneinschätzung abgefeuert. Ich bekam einen mit voller Wucht aus drei Meter Entfernung gegen das Kinn und konnte damit noch zufrieden sein, denn die Leutnantin der irregulären Truppen von Xom durfte durch einen ähnlichen Treffer verwundet, mit einem komplett zu geschwollenen Auge nach Hause fahren. Die Antwort des Spielers darauf war nur, dass sie ihren Kopf blöd gedreht habe. Nun, es ist auch nicht erlaubt aus zwei Metern auf ein Ohr zu schießen, verdammtnochmal.
Von den Treffern her war es sonst wie auf jedem anderen Con. Einige straben schön, einige, wie der einzige Ork aus dem Spielelager, welchen nach der Endschlacht unsere gesamte schwere Infanterie lynchen wollte, nach eingeschätzten vierzig Treffern mit Zweihandwaffen immernoch.
Vom Rollenspielerischen her waren die Spieler recht gut, auch wenn ich mir beim Foltern Schreie erhofft hätte und nicht nur ein unterdrücktes Stöhnen.
Von der Fairness der NSC kann ich nicht viel sagen, darüber muss sich die Gegenseite auslassen, aber soviel muss ich von mir geben: Irgendwas ist stark schief gelaufen. Es kann nicht sein, dass einige Soldaten-NSC, fast den ganzen Con überlebt haben. Ich war einer von diesen, denn auch ich starb nur zwei Mal.
Plot
Die Armee des Fürsten und des Wirts unter dem Kommando von General Korgon Sanguarius Maximus, in Begleitung des Hohenpriesters Rasputin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt außerhalb des Waldes unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei hilft ihnen eine Art Droge, die nur als „Die Seuche“ bekannt ist, mit welcher sich jeder Infizierte sofort als loyaler Soldat dem General unterstellt. Diese Neuankömmlinge werden in die Irregulären Hilfstruppen eingegliedert. Auf dem Weg aus dem Wald kommt ihnen eine große Truppe teils schwergerüsteter Durchreisender in die Quere, welche zu allem Überfluss auch noch einen fähigen Alchimisten, der das Geheimnis der Seuche knacken könnte, bei sich haben. Außerdem hatte sich eine Horde schwarzer Orks vom Skullrott Clan in gefährlicher nähe des Lagers der Irregulären eingefunden. Beide großen Parteien sind sich gewiss, das jener gewinnen wird, der diese Orken auf seine Seite ziehen kann.
Wie alles verlief:
Am Abend des ersten Tages erfolgte eine grobe Einteilung der Streitkräfte von Xom und eine Ansprache des Generals, bei welcher, recht schön dargestellt, ein vorlauter Irregulärer enthauptet wurde. Nun den Hilfstruppen zugeteilt erfolgte nach einiger Zeit der erste Gang in den Wald. Es dauerte nicht lange, da hatte unsere fünfzehn Mann starke Kampftruppe einen kleinen Pulk Kundschafter der Spieler aufgespürt, welche sogleich angegriffen und überrannt wurden. Dabei gab es den ersten Verletzten durch eine Intime-Aktion, da jemand vom Abhang, an welchem dummerweise Gekämpft wurde, rollte und mit dem Auge auf einen Ast fiel.
Es wurde dabei vier von den Spielern gefangen genommen, der Rest floh. Diese wurden nun in unser Lager zum Rattenpriester gebracht, der sie in einer Dreiminutenaktion infizierte. Dann wusste jedoch keiner mehr weiter, denn der Hohenpriester meinte, wir sollten ihnen die Arme brechen und sie zurückschicken, ein anderer Befahl sie zu foltern und auszufragen. Letzteres erschien uns lustiger, also taten wir es. In weißer Vorraussicht überließen wir diese Tat den Damen, da sie, sagen wir, skrupelloser Vorgehen können als Männer. Hier ist es ein wenig bedauernswert, dass die Schreie der gequälten so matt ausfielen und man uns nach fünf gebrochenen Fingern nicht mal seinen Namen verraten wollte. Hinterher beschloss einer der Hauptmänner (-wovon es ehrlich zu viele gab-) die Gefangenen den Orks als Geschenk zu überreichen.
Da es in Strömen geregnet hatte war die Nacht im Zelt ungemütlich feucht und vor allem kurz, da um vier Uhr morgens der große Hauptmann Keytel (-welcher mehr Kommandogewalt als der General persönlich zu haben schien-) erschien und zum Appel aufforderte. Ich spielte zwar mit dem Gedanken liegen zu bleiben, wollte mir aber dann den Spass doch nicht entgehen lassen.
Zuerst dachte ich, dass der Trupp, der sich einfand sehr groß war, doch fand ich später heraus, dass es sich dabei hauptsächlich um reguläre Infanterie handelte und außer mir nur ein oder zwei Irreguläre aufgestanden waren.
Die Aktion die wir ausführen sollten, war so einfach wie fies: Unsere Soldaten schlichen sich von zwei Seiten an das Lager heran, wobei sie trotz der Lautstärke nicht von den Nachtwachen bemerkt wurden. Dann wurde ein Kanonenschlag gezündet und unter lautem Xom-Rufen der Sturm gestarte, in welchem wir die Barrikaden vernichten sollten. Nach ein paar Stößen fielen diese leider wie Dominosteine um, was nicht geplant war, sollten wir doch nur ein paar Breschen schlagen. Dann mit einem Mals waren die Druchiis wach und standen uns mit geschlossenem Schildwall gegenüber, während die anderen Spieler noch friedlich schlummerten. Sie drängten uns gekonnt und in bester Disziplin zurück.
Nach dem Frühstück, dass für mich aus aufgeweichten Haselnusskeksen bestand wurde das Wetter schön und die Druchiis ungemütlich, denn sie hatten uns scheinbar zurecht die Zerstörung ihrer Barrikade übel genommen und zusammen mit den Nordmännern vom Roten Stier und wenigen anderen Spielern eine Strafexpidition gestartet. Man rief sofort zum sammeln, da die meisten Xom-Soldaten noch beim Essen oder schlafen (manche schafften auch beides zugleich) waren, dauerte es gut zwanzig Minuten. Wären die Druchiis nicht von der typischen SC-Krankheit des Rumstehens-und-warten-was-passiert befallen gewesen hätten sie uns tüchtig in den Hintern getreten. So wurde jedoch anscheinend den Nordmännern langweilig, weshalb sie einfach wieder abzogen, wobei sie zu faul waren den Berg wieder herauf zu laufen, von dem sie gekommen waren und direkt an unseren Bogenschützen vorbei schlenderten. Sie haben sich sicher ein paar Pfeile eingefangen, aber für ihren Heldenmut haben wir später einen Parlamentär mit einem Beutel Gold zu ihnen geschickt. Der überlebte aber nicht.
Gut, durch diese für die Spieler widrigen Umstände wurde der Angriff zurückgeschlagen und ein neuer Appell mit einer neuen Einteilung der Truppen gestartet. Da zwei Infanteristen zu Irregulären degradiert worden waren, gab es für die Irregulären Beförderungen. Man wählte mich und noch einen aus meiner Gruppe aus, da wir anscheinend die einzigen waren, die sich bequemt hatten um fünf Uhr aufzustehen.
Wir streiften in den neuen Gruppen so durch den Wald, begegneten aber nur anderen Xom-Einheiten, weshalb wir uns entschlossen, eine kleine Gruppe aus dem Lager zu locken und sie gefangen zu nehmen.
Mit beachtlicher Lautstärke konnten wir uns von Oben an das Lager heranschleichen, wo es einen sehr steilen, unbegehbaren Abhang, von welchem man das Lager gut überblicken konnte, gab. Wir brüllten um Aufmerksamkeit zu erregen, liefen ein wenig herum, musste aber dann fest stellen, dass sich sofort Speeträger und Volldosen sammelten. Da wir keinen Angriffspunkt finden konnten, zogen wir uns außer Sichtweite zurück, genehmigten uns ein Bier und riefen noch ein paar mal. Keiner zeigte sich.
Nun, dann kam unser Leutnant auf den Plan, dass wir einen Lockvogel vorschicken könnten, uns an einen Hohlweg verstecken und dann die durchkommenden überfallen könnten. Nun, auch dies Schlug fehl, da unser Lockvogel nach einiger Zeit wieder zurück hinkte.
Zurück in unserem Lager folgten einige Manöver, bei welchem man sich mit der Balliste „Flotte Lotte“ auf die Offiziere einschoss und die leichte reguläre Infanterie die schwere, undankbare und, der Meinung der meisten nach, ziemlich sinnlose Arbeit des Herumschleppens der Pavisen übernahm. Meines Wissens nach setzte man diese großen, freistehenden Schilde bei Belagerungen ein, um dem Pfeilbeschuss der Verteidiger zu entgehen, weshalb sie also für eine Feldschlacht ziemlich unbrauchbar sein sollten.
Hinterher gingen wir erneut in den Wald und trafen vor dem Spielerlager tatsächlich auf die Nordmänner, die gerade ausrücken wollten. Als sie uns sieben sahen, rief deren Überzahl in Kettenrüstung, dass es zu viele seien und zogen sich ins Lager zurück. Wir mussten angreifen um noch Spass zu bekommen.
Für den Nachmittag wurde dann ein Großangriff gestartet, bei dem wir mit voller Mann/Fraustärke ins Lager einrückten. Sofort sprangen die Spieler, die wir infiziert hatten mit gefesselten Händen aus den Zelten und ließen sich befreien, um auf unserer Seite zu kämpfen. Es wurde ein fürchterliches Gemetzel, auf beiden Seiten, wobei niemand wircklich zu Boden ging, da das Spielerlager knöcheltief im Schlamm versank. Einen verletzten Gefangenen trug ich zusammen mit einem Kammeraden. Doch ersterer hatte sich nur bewusstlos gestellt, erdolchte den anderen mit einem versteckten Dolch und wurde von mir mit Mühe niedergeprügelt. Zu guter letzt lebten nur noch wenige, sodass uns die SL aus dem Lager hinauskomplementierte.
Den restlichen Tag veranstaltete man Manöver, vor welchen ich mich dadurch drückte, dass ich mit einigen anderen den beschwerlichen Weg zur Toilette auf mich nahm, dort ein bisschen tratschte und dann nach einer Stunde wieder zurück war.
Irgenwann tauchten dann ein paar fürchterlich schwäbelnder Bauern auf, dreckig gekleidet und offensichtlich geisteskrank. Sie brüllten unvertsändliche Hinweise von Hexen und einer verlorenen Kuh. Wir verstanden nichts und beschlossen unsere Offiziere zu fragen, worauf ich zum Orklager geschickt wurde und fragen sollte, ob sie noch ein paar Opfer brauchen könnten. Die einzige Anwesende meinte so etwas wie „bloß nicht“, worauf wir die Bauern unter großem Gelächter erschlugen. Sie stellten sich dann als unsere Panzerschweine, der Plattenrüstungstrupp, die sich einen Spass erlaubt hatten heraus. Bei den Spielern hatten sie für sehr viel Verwirrung und Ratlosigkeit, da alle es für plotwichtig hielten, geführt, darum machten sie es auch auf jedem Con.
Doch die beste Aktion unsererseits fand wohl am Abend statt: Die Herrin des Waldes hatte uns darauf angesprochen, dass sie eine Eskorte brauche, da sie, sobald es dunkel würde, ins Spielerlager wollte. Wir waren Feuer und Flamme und machten uns fertig, einer staffierte sich sogar zum Lich aus.
Man begegnete uns sofort erschreckt mit einem Schildwall, bis sie nach einigen Minuten die Herrin des Waldes erkannten. Man beobachtete uns zwar noch mit Argwohn, ließ uns aber frei passieren.
Sie entfernte sich dann etwas um mit einem Palladin zu sprechen, den ich als einen Bekannten von „Der Wald“ erkannte. (dort hatten wir uns über ihn lustig gemacht, da er, wohl aufgrund seiner Plattenrüstung, als einer der letzten zur mickrigen Endschlacht eintraf und sich heldenhaft den letzten paar Gegnern stellte) Dieser musste nun, aufgrund seiner religiösen Abneigung gegen Untote gegen unseren Lich im Zweikampf antreten. Der Kampf Kleve gegen die zwei Äxte des Paladins verlief sehr spannend, der Lich hielt sich sehr gut, sodass der Paladin schließlich -siegreich- davon humpelte. Als allerdings vom Wald her der Ruf „Untotenangriff“ erschallte, ging er hinter ein Zelt und kam auf der anderen Seite wieder hervorgesprintet.
Das Scharmützel am Tor nutzen wir zu einem netten Plausch mit einigen Damen, die uns trotz unserer Banner nicht als Soldaten von Xom erkannten. Dabei fiel einmal die Frage, ob die Damen den Heiler seien, was bejaht wurde. Kaum eine Sekunde später hatten wir auch schon eine von ihnen gepackt und ihr ein Messer an den Hals gedrückt. Man muss dazu wissen, dass uns Aufgetragen worden war bevorzugt Heiler und Alchimisten ins Visier zu nehmen, da diese ansonsten etwas gegen die Seuche unternehmen hätten können.
Nun mussten wir aber mit der Gefangenen durch den gerade noch umkämpften Eingangsbereich, wo sich uns eine große Masse entgegenstellte. Wir brüllten also, dass wir eine Geisel hätten und sie töten würden kämen wir nicht heil aus dem Lager. Wir hatten kurz vorher mit der Geisel gesprochen und erfahren, dass es sich um einen 50-Tage Charakter handelte, wollten sie also nicht unbedingt töten. Nun, als wir unseren Satz gesagt hatten, fing jemand anderes an zu schreien: „Hey, die entführen eine von uns! Angriff“
Nur mit mühe entwanden wir uns den Kriegern um ihnen alles noch einmal langsam klar zu machen und konnten schließlich abzehiehen, als wir versprachen, die Gefangene später freizulassen.
Auf halbem Weg zum Orklager bemerkten wir, dass in unserer Gruppe einer war, der nicht zu uns gehörte. Das passierte angeblich häufiger, die Spieler hielten später große Stücke auf ihre Spione. Aber wie sollten wir auch mit einem so delokalisierten Lager wissen, wer zu uns gehörte. Dieser jedenfalls wollte seine Freundin nicht verlassen, darum nahmen wir ihn einfach mit.
Seine Freundin ließen wir im Orklager frei wo sie in einem Käfig landete, da wir den Spielern, die sich mit Frauen die Loyalität der Orks erkaufen wollten, zuvor kommen wollten. Ihr Freund folgte uns ins NSC-Lager, wo er infiziert wurde. Allerdings verschwand er, als er outtime auf die Toilette gehen wollte, auf Nimmerwiedersehen. Das würde ich mal sagen, ist wirklich schlechtes Spiel...
Im Orklager fand alsbald ein Ritual statt, dass wohl sehr schön gewesen sein muss, wir durften uns allerdings nicht nähern und es nur von weitem schützen. Es wurde auch bald beendet, da eine der Orks -erst hieß es eine der SL- einen anaphylaktischen Schock erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Diese allgemeine Outtime beendete praktisch den Abend. Wir blieben auch outtime und tratschten, als die Situation schon lange um war und ein anderes Ritual, das wir völlig ignorierten, stattfand.
Am nächsten Tag, brachten unsere Späher die Nachricht, dass die Spieler laut in ihrem Lager herum schrien, dass sie das Gegenmittel hätten. Darauf hin kam anscheinend unser glorreicher General auf die Idee, alle Irregulären zu töten und als loyale Zombies wieder aufstehen zu lassen Keytel konnte ihm dies jedoch ausreden und brachte eine bessere Idee vor.
Wir mussten uns alle wie zu jedem Appell aufstellen, dann wurde den Irregulären Sold geboten, oder freies Geleit um zu den Spielern überzulaufen. Die meisten blieben, aber einige wollten doch gehen. Diese wurden dann zum erstaunen aller niedergemäht, weil man nur diese dann zu Zombies machen wollte.
Die getöteten waren verständlicherweise beleidigt, wurde aber dann von der SL doch ins Spielerlager buchsiert, wie es von Anfang an geplant war. Anschließend gab es von der SL ersteinmal eine Standpauke für alle NSC, da wir zu eigenmächtig gehandelt hatten. Hier muss ich der SL doch einmal eine schwere Rüge erteilen, denn wir konnten uns nicht anders verhalten. Die SL war nie in unserem Lager zugegen um bei irgendwelchen strittigen Angelegenheiten Rücksprache zu halten. Ihre Hauptaufgabe war es eigentlich in unser Lager zu kommen und vorhergehende Aktionen von unserer Seite rückgängig zu machen.
Nun ja, auf jeden Fall waren einige der Regulären nun sicher beleidigt, weil wir keinen Sold bekamen.
Dann war ersteinmal wieder Ruhe, bis die Endschlacht stattfand. Wir glaubte alle, dass wir mit unsere Taktik uns ganz gut halten würden, hatten aber nicht damit gerechnet, dass wir einfach, im wahrsten Sinne des Wortes, überrannt werden würde. Man hatte uns nicht gesagt, ob chargen erlaubt sei, auf jeden Fall taten es die meisten SC.
Die Schlacht wurde zwei Mal wegen Platzwunden unterbochen.
Ich starb recht gut glaube ich, da ich neben einem der (zugegeben sehr umstrittenen) Magier stand, welcher Berserkerwut auf mich zauberte und mich auf den Schildwall losließ. Dort nahm ich mit meinem Streitkolben zwei oder drei Schilde auseinander, bis ich fünfzehn Schwerter im Rücken hatte.
Alle Toten sollten vom Feld gehen, mussten sich aber, zwecks der Optik, nach der Schlacht wieder hinlegen.
Auf der SC-Seite gab es bis auf die OT-Verletzten kaum irgendwelche Verluste, ich hatte mir die Finger an einer der dämlichen Pavisen gequetscht.
Nachher fanden noch zwei OT-Schlachten aller gegen die Orks, welche sich entschieden hatten neutral zu bleiben, statt. Die SL stand dabei händeringend daneben und murmelte dauernd etwas von wegen „dafür übernehmen wir keine Haftung“. Sehr verständlich muss man sagen, zumal der Ork, gegen welchen ich antrat zuschlug wie ein Schmied, alles andere als larptauglich.
Seltsam war, dass das ganze als Viertagescon ausgelegt war, aber die meisten NSC reisten, inklusive mir, schon am Mittag des dritten Tages ab. Angeblich soll bis auf eine Gerichtsverhandlung auch nichts mehr passiert sein.
Fazit:
Es machte einen Heidenspaß, aber war schlecht geplant und gefährlich. Außerdem gab es mehr Leerlauf als bei „Der Wald“, was ziemlich langweilig war.