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‘n paar Tage danach.
© für diesen Teil der Geschichte bei Felix M. Hummel 2003 unter www.bankhacker.de/felix und biosynthg08@gmx.net Machen sie was daraus!
Über meinen Bildschirm hinweg sah ich die letzten Strahlen der lästigen Sonne am Himmel vergehen. Endlich. Schon seit Tagen hatte mir dieser furchtbare Fusionsbatzen das Leben schwer gemacht, indem er seine Helligkeit über ein teuflisches Spiegelsystem, welches bei der Einrichtung meiner Wohnung sicher nicht geplant gewesen war, direkt in meinen Bildschirm fallen lies.
Müde schweifte mein Blick über die Überreste der letzten Tage: Klebrige Coladosen, verschmierte Pizzateller und umgestürzte Kaffeetassen. Kein Wort, dass ich wicklich zu Papier, oder besser zu Terminal gebracht hatte.
Wütend schlug ich mit der Faust auf den Tisch und zerquetschte dabei eine Pepperoni. Die klebrige Masse von der Hand kratzen zu müssen machte mich abermals rasend.
Acht Tage! Acht Tage einfach vergeudet! Nichts, aber auch gar nichts war an Ideen gewachsen, geschweige denn ausformuliert worden. So konnte es nicht weiter gehen, ich musste etwas ändern. Erst einmal brauchte ich wohl noch mehr Kaffee.
Mit neuem Enthusiasmus über diese Idee betankt, schwang ich mich energisch aus meinem Schreibtischstuhl rutschte auf einer Dose aus fiel schmerzhaft auf mein Hinterteil, rappelte mich auf und marschierte zur Küche. Schon war meine Hand zum Kaffeesatz gewandert, als mir ein anderer Gedanke kam.
Vielleicht war es besser, einfach wieder frische Luft zu schnappen, schließlich hatte ich die Wohnung seit fast einer Woche nicht mehr verlassen. Die Idee begann mir gut zu gefallen, zumal es mir irgendwie unheimlich war, dass mein Kaffeepulver und die Filtertüten für so lange Zeit ausgereicht hatten. Ich griff nach meinem Mantel und ging in den Flur hinaus. Leise fluchte ich auf den Hausmeister als ich durch die dicke weißliche Staubschicht, die die Treppen bedeckte stapfte.
Die Sicherheitsgläser der Eingangstür des Wohnkomplexes waren zertrümmert. Nicht auf irgendeine Art und Weise eingeschlagen, sondern mit einer wohl unvorstellbaren Kraft nach innen gedrückt und über den ganzen Boden des Vorraumes verteilt.
Unschlüssig hob ich einen der fast würfelförmigen Glassplitter auf und drehte ihn vorsichtig zwischen den Fingern.
Wie konnte das passiert sein? Noch dazu ohne, dass ich etwas mitbekommen hatte? Um eine solche Wirkung zu erzielen hätte man mindestens eine Handgranate draußen auf dem Fußabstreifer zünden müssen.
Ich warf den Splitter weg und blickte durch eine der zerstörten Scheiben. Irgendetwas was hatte sich auch dort verändert. Farbe. Ja es fehlte Farbe! Alles war grau, verfallen, Risse durchzogen die Fassade des gegenüberliegenden Gebäudes und das da neben war, ich schnappte nach Luft, niedergebrannt und eingestürzt!
Ich riss die Tür auf, stolperte, als sie keinerlei Widerstand leistete, kippte Vorn über und landete mit ihr auf dem Gehweg. Einige Wolken Asche hustend und mir mein schmerzendes Gebein reibend, richtete ich mich wieder auf.
Die ganze Stadt lag in Trümmern vor mir. Autos lagen umgestürzt und ausgebrannt auf der Straße, Hochhäuser wiesen in den oberen Stockwerken Explosionsschäden und am Erdgeschoss dicke Farbschichten aus Grafitti auf. Von der kleinen, ungepflegten und niedergetrampelten Parkanlage, die sich rings um die Eingangstreppe befunden hatte waren nur noch ein braunes Erdfeld, rostige Klettergerüste, zerrissene Schaukeln und einige verkohlte Baumstümpfe zu erkennen. Über alle dem prangte ein Strahlend blauer Himmel und eine blutrote, langsam versinkende Sonne.
Es bleib mir kein Zweifel, schließlich hatte ich ja meine Nase tief genung in den Staub gepresst, dass etwas schreckliches Passiert sein musste. Nur was? Und wieso hatte ich es nicht mitbekommen?
„Hallo?“, schrie ich krächzend vor Verzweiflung in die langsam herabsinkende Düsternis der Ruinen hinen.
Einige Male hallte es zurück, dann war es still, bis auf das Heulen des Windes, der durch die leeren Fensterhöhlen strich.
Nein! Das konnte nicht sein, ich musste mir das alles einbilden. Wie sollte es denn passiert sein? Es war schlicht unmöglich.
Hastig stürmte ich zurück ins Gebäude, stolperte die Treppe hinauf und schlug die Tür meiner Wohnung zu. Sie sah noch immer so aus, wie zu dem Zeitpunkt, als ich sie verlassen hatte. Zum Glück. Hier hatte ich also wenigstens eines sichere Unterkunft, hier könnte ich bleiben, bis Hilfe kommen würde.
Hilfe?
Hilfe, woher denn? Und wozu? Wer sollte wissen, dass ich hier sein und gab es überhaupt noch jemanden außer mir, der dazu Fähig war irgendetwas zu wissen? Was sollte ich machen, wenn mir die Nahrung ausginge? Soweit ich wusste gab es nur noch zwei Dosen Erbsensuppe im Vorratsschrank.
Plötzlich kam mir eine Idee. Sie war so absurd, dass ich es kaum wagte daran zu denken, aber da mein Verstand sowieso beschlossen hatte mich mutterseelenallein zu lassen, beschloss ich, dass es nichts schaden konnte es einmal auszuprobieren.
Mit vor Aufregung zitternden Fingern befreite ich das Telefon von einer dicken Schicht aus Fehldrucken, nahm den Hörer ab und wählte langsam, ganz vorsichtig eine Nummer. Ich wusste dass die Adresse dieser Nummer nur zwei Straßen weiter lokalisiert war, von der Tür aus konnte man sogar bis dahin sehen, aber dies konnte meiner neuen Theorie im Augenblick dieser geistig verwirrten Hochstimmung gar nichts anhaben.
Ein kurzes Grinsen zuckte über meinen rechten, oder linken, dies ist nicht weiter wichtig, Mundwinkel, als das hohe und klare Freizeichen wie eine Siegesfanfare durch die Hörmuschel schallte. Einige Augenblicke später war ein Klicken zu hören.
„Pizzaservice Schmirschlaim, Pizzalieferungen frei Haus in der ganzen Stadt, wie kann ich ihnen helfen?“, plapperte eine schnelle, sich fast überschlagende Frauenstimme.