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Eine wirre Geschichte
© für diesen Teil der Geschichte bei Felix M. Hummel unter www.bankhacker.de/felix und biosynthg08@gmx.net Machen sie was daraus!
Als ich an diesem Morgen aus dem Bett rutschte, wusste ich sofort, dass dieser Tag nicht besonders gut werden würde. Diesen Eindruck gewann ich durch den Presslufthammer, der von der Straße herauf lieblich in meine Dachwohnung dröhnte. Meine Vermutung erhärtete sich weiter dadurch, dass mein Kopf sich anfühlte als wolle das Gehirn direkt durch die Stirn seinem schrecklichen Los entkommen und mein Knie auf dem Boden in einem, schon leicht weißlich angehauchten, Leberwurstbrot ruhte. Auf meine Zahnbürste die auf den Badezimmerboden gefallen und der Badezimmerboden der sich mit einer braunen, schleimigen Masse, welche der Toilette zu entstammen schien, überzogen hatte, trugen enorm zu dieser Theorie bei. In der Küche schließlich wurde das, was als einfache Morgenhypothese begonnen hatte und zur, beinahe wissenschaftlichen, Theorie aufgestiegen war, als Naturgesetz bewiesen. Der Inhalt des, wohl schon zu lange offenstehenden, Kühlschrankes hatte sich fast komplett verflüssigt und war schon etwa zwei Meter in den Raum vorgedrungen. Das beißende Arom welches wie Nebel aus den Herbstwiesen aus den „Lebensmitteln“ aufstieg, brachte mich die Wohnung ohne Frühstück zu verlassen. Im Flur schob eine schlechtgelaunte, polnische Putzfrau Schmutz mit einem Wischmob vor sich und zog dabei eine glänzende Schlammspur hinter sich her. Als nun meine abgelatschten Turnschuhe auf den feuchten Boden setzt und es ein leises „Pflitsch“ gab, blieb die Raumpflegerin abrupt stehen. In diesem Moment schien sie sich an ihre glorreichen Ahnen des Rittergeschlechtes, dem sie entstammte, zu erinnern. Mit einem donnernden Kampfschrei rammte sie mir mit verzerrtem Gesicht ihren Wischmob in den Magen. Mit vor schmerz tränenden Augen stolperte ich, auf allen vieren die Treppe hinunter, die Furie immer noch hinter mir her. Erst als ich die Haustür hinter mir zugeworfen hatte und hinter die nächste Ecke gelaufen war, konnte ich mich, da sie wohl, den polnischen Flüchen nach, auf der Straße ein anderes Opfer gefunden hatte, gegen eine Hauswand lehnen und aufatmen. Ich blickte auf meine Armbanduhr um festzustellen, dass erstens, das Glas zerbrochen war, zweitens sie stehen geblieben war und drittens, dass es höchst wahrscheinlich viertel neun gewesen war, als ersteres passiert war. Mit einem Schulterzucken machte ich mich, mangels einer besseren Idee auf, zur Arbeit zu gehen. Meine Schritte lenkten mich zufällig an meiner Stammkneipe vorbei, doch wie ich schnell heraus fand war sie geschlossen, denn Herr Spisser stand davor und glotzte, wie ein Ochse, der nach Jahren bemerkt hatte, dass er einen kleinen Strohhut trug, durch die Scheiben der Spelunke. Spisser wurde schon seit Jahren von seiner Frau täglich zum morgendlichen Fitnesslauf geschickt, wie man an seinem grellgrünen Trainingsanzug, welcher sich über, die gewaltige Kugelform seines Bauches, die einen größenwahnsinnigen Architekten zu wundervollen und nicht finanzierbaren Kuppelbauten inspiriert hätte, wölbte, unschwer erkennen ließ.